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Ich möchte Klavierbauerin / Klavierbauer werden

Ausbildung zur Klavierbauerin / zum Klavierbauer – Was muss ich wissen, was muss ich tun?

Wir bekommen regelmäßig Anfragen zu einem Ausbildungsplatz zum Beruf der Klavierbauerin bzw. des Klavierbauers. Wir bilden ausschließlich eine Person aus. Diese Einschränkung gebietet uns unsere Sorgfaltspflicht, um die Qualität der Ausbildung gewährleisten zu können. Parallel bieten wir mehrmals im Jahr Praktikumsplätze für Schüler und Schülerinnen an, auch hier ist eine Bewerbung mit Motivationsschreiben erforderlich.

Meisterwerkstatt SchröderVorabinformation zu diesem Beruf für die Selbstrecherche

Um heraus zu finden, ob Ihnen der Beruf gefällt, empfiehlt es sich bei einem Klavierbauer oder einer Klavierbauerin ein Praktikum absolvieren. Eine erste allgemeine Information zum Beruf erhalten Sie Online beim Berufenet der Arbeitsagentur

Duale Ausbildung

Für Interessierte aus anderen Ländern: In Deutschland und Österreich gibt es die sogenannte duale Ausbildung (Ausbildung im Betrieb und an der Berufschule). Für die Ausbildung im Betrieb müssen Sie nichts bezahlen, für die Schule jedoch die notwendigen Bücher und Utensilien (die meisten Bücher und auch Utensilien können Sie aber auch an der Schule in Ludwigsburg kostenfrei ausleihen), sowie die Fahrt- und Unterkunftskosten.

Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung vom Betrieb, die jedoch in den meisten Fällen für den Lebensunterhalt und die eigene Wohnung nicht ausreicht. Eine Ausbildung sollte auch hierbei finanziell gut geplant sein, genau so wie auch eine kostenpflichtige Ausbildung. Welche finanziellen Unterstützungen Sie seitens der Arbeitsagentur oder anderen Stellen erhalten, müssen Sie bitte selbst in Erfahrung bringen.

Die Ausbildung zur Klavierbauerin/zum Klavierbauer dauert 3,5 Jahre. Seit 2017 gibt es einen neuen Rahmenlehrplan, der hier unter Klavier- und Cembalobauer und Klavier- und Cembalobauerin [pdf] (Beschluss der KMK vom 30.03.2017), abzurufen ist.

Verkürzungen für Abiturienten oder jene, die bereits beispielsweise eine Schreinerlehre begonnen haben oder eine Fachschule für Holzbearbeitung besucht haben, sind auf Antrag gegenüber der Handwerkskammer und Einverständnis des Ausbildungsbetriebes möglich. Ebenso später bei überdurchschnittlichen Leistungen.

Es gibt auch die Möglichkeit, im Rahmen einer zweijährigen Umschulung diesen Beruf zu erlernen. Die Entscheidung trifft hier die Arbeitsagentur, ob sie das fördert und natürlich der Ausbildungsbetrieb. Und es hängt natürlich vom eigenen Engagement, der Auffassungsgabe und dem handwerklichen Geschick ab, inwieweit man in zwei Jahren das notwendige Basis-Know-how für diesen Beruf erwirbt. – Beachten Sie bitte, dass auch hier um Verkürzung angesucht werden muss.

Eine Teilzeit-Ausbildung für Mütter und Väter von Kleinkindern ist auch schon möglich. Dazu muss Ihnen aber die Arbeitsagentur nähere Informationen geben und natürlich der Ausbildungsbetrieb einverstanden sein. Erfahrungsgemäß bewilligt die Handwerkskammer jedoch nur eine mindestens 30-Stunden-Woche. Und bedenken Sie, dass Sie mind. zweimal im Jahr 6-7 Wochen bei Stuttgart leben und lernen müssen (Berufschule). Ob dies mit Ihren familiären Möglichkeiten vereinbar ist, müssen Sie bitte vorab planen.

Über die Höhe der Ausbildungsvergütung entscheidet der jeweilige Ausbildungsbetrieb. Hier gibt es nur Empfehlungen von Seiten der Innung bzw. Handwerkskammern, jedoch keine Tarifverträge. Online stehen nur die ungefähren Vergütungen der Industrie, nicht jener der Reparaturwerkstätten, die niedriger sind. Verständlicherweise hat ein Ein-Mann-Betrieb weniger Mittel zur Verfügung, als eine Pianomanufaktur.

Es gibt zwei verschiedene Betriebsstätten, an denen man in Deutschland zum/zur Klavierbauer/in ausgebildet werden kann: Entweder in einer Reparaturwerkstatt oder bei einem Hersteller (Pianomanufaktur), die Klaviere und Flügel neu bauen. Die Arbeitsabläufe und Schwerpunkte unterscheiden sich hierbei (Vielfalt der Instrumente und ihrer Klänge, Routine durch gleiche Arbeitsabläufe, breit angelegtes technisches Wissen oder Spezialisierung, etc.)

Die Berufsschule besuchen alle Auszubildenden im Klavierbau gemeinsam in Ludwigsburg  bei Stuttgart (Blockunterricht üblicherweise zweimal im Jahr) – gegebenfalls gemeinsam mit Cembalobauer/innen. Näheres dazu unter OWS. Übernachtet werden kann im Jugendgästehaus, wo man ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und ein Abendessen (am Wochenende Mittag- und Abendessen) erhält. Also nicht selber kochen muss. Im Sekretariat der Berufsschule erhält man eine Liste, welche Privatleute Zimmer in und um Ludwigsburg anbieten und vermieten.

Wo kann man sehen, wer eigentlich in Deutschland ausbildet? Beim Bund deutscher Klavierbauer (BDK) – zumindest die Mitgliedsbetriebe (nicht jeder Betrieb ist Mitglied), vielleicht auch bei den jeweiligen Innungen. Und natürlich Online bei der Jobbörse der Arbeitsagentur – Jobbörse.

Es gibt auch Videos zur Ausbildung bei Herstellern, wie bei Grotrian-Steinweg in Braunschweig: Klavierbauer/in ein Beruf mit vielen Saiten. Die Ausbildung in Reparaturwerkstätten ist jedoch deutlich zu unterscheiden. Hier werden insbesondere auch ältere Instrumente verschiedenster Marken bearbeitet/repariert.

Für Abiturienten: Hier besteht die Möglichkeit in der Berufsschule auch Management im Handwerk (MIH) verbindlich zu besuchen. Dann entfallen andere Pflichtfächer. Bei erfolgreicher Absolvierung ersetzt diese den 3. Teil der nachfolgenden (möglichen) Meisterprüfung. Die Prüfungs-Kosten dafür müssen Sie aber selber tragen, da es eine freiwillige Ergänzung ist. Näheres auch dazu bei den Handwerkskammern, insbesondere der Handwerkskammer Stuttgart.

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